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Berlin

Die Ökumenische Jury bei der 75. Berlinale vergab ihren Preis im Wettbewerb an den brasilianischen Film "O último azul"  (The Blue Trail) von Gabriel Mascaro, der auch den Großen Preis (Silberner Bär) der internationalen Festivaljury unter Jurypräsident Todd Haynes gewann. Der mit 2.500 € dotierte Panorama-Preis der Ökumenischen Jury ging an "The Heart is a Muscle" von Imran Hamdulay aus Südafrika, der ebenfalls mit 2.500 € dotierte Forumspreis an "Holding Liat" von Brandon Kramer aus den USA, der auch mit dem Berlinale Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet wurde.

Der Goldene Bär der Berlinale 2025 wurde an "Drømmer" (Dreams (Sex Love)) von Dag Johan Haugerud verliehen, den auch die Jury der internationalen Filmkritik (Fipresci) mit ihrem Wettbewerbspreis auszeichnete. Der Film ist Teil der Trilogie "Sex", "Dreams" and "Love". "Sex" lief auf der Berlinale 2024 und wurde damals von der Ökumenischen Jury mit deren Panorama-Preis ausgezeichnet.

Am 13. Februar wurde die Berlinale  mit Tom Tykwers "Das Licht" eröffnet. Tykwers erster Kinofilm nach seiner zehnjährigen Arbeit an der Fernsehserie "Babylon Berlin" wurde in der Reihe Berlinale Specials gezeigt.

Die Ökumenische Jury verleiht Preise im Internationalen Wettbewerb, im Panorama und im Forum. Die neue Intendantin der Berlinale, Tricia Tuttle, hat "Perspectives" als neue Sektion etabliert, in der internationale Spielfilmdebüts gezeigt werden. Wie bisher umfasst die Berlinale außerdem die Sektionen Generation, Berlinale Shorts, die Retrospektive und Berlinale Classics. Der Goldene Ehrenbär ging in diesem Jahr an die Schauspielerin Tilda Swinton, die Berlinale Kamera wurde an Dr. Rainer Rother verliehen, den Künstlerischen Direktor der Deutschen Kinemathek und Leiter der Retrospektive. 

Link: Festival-Website

Preise
The Blue Trail
2025

Die brasilianische dystopische Fabel begleitet eine ungewöhnliche Heldin auf ihrer Suche nach Freiheit. Eine 77jährige Frau entkommt einer Zukunft, die ein autoritärer Staat für sie geschrieben hat. Das Abenteuer, das in der wilden Amazonas-Landschaft großartig gefilmt wurde, hält manche Herausforderung, aber auch unerwartete Freundschaften und Humor bereit. Vor allem mahnt es die Gefahren von Ausgrenzung in unseren modernen Gesellschaften an und nährt die Hoffnung, einen Ausweg finden zu können.

2025

Herzen als Muskeln können trainiert werden. In Imran Hamdulays Film beginnt ein junger Vater aus einer gewalttätigen Familie mit dem Training.

Nachdem er einen Mann angegriffen und herausgefunden hat, dass das Opfer auch einen Sohn hat, lernt er zwei Dinge: Vergebung kann nicht erkauft werden, sondern beruht nur auf gegenseitigem Verständnis. Der Zukunft entgegenzublicken, verlangt auch, sich der Gerechtigkeit zu stellen.

Mit behutsamer und realistischer Kameraführung und Rapmusik in Afrikaans öffnet der Regisseur die Türen zur wenig bekannten Welt und Kultur der Außenbezirke von Kapstadt, wo Gewalt und Armut Hand in Hand mit Freundschaft, Loyalität und Liebe gehen. Und mit der Aussicht, ein Fitnessstudio für Herzen zu finden.

2025

»Holding Liat« befasst sich mit dem Schicksal einer israelischen Frau, die am 7. Oktober 2023 von der Hamas verschleppt wurde. Ohne den Ausgang der Geiselkrise zu kennen, begannen die Filmemacher eine respektvolle und konzentrierte Chronik einer Familie in Angst und Schrecken. Dieser Dokumentarfilm zeigt genau das, was unsere Zeit so bitter nötig hat: die Bereitschaft, differenzierte Gespräche zu führen und Komplexitäten und Kontroversen auszuhalten, ohne die Diskussion darüber abzubrechen.

Mehr zum Festival

Kommentar von Peter Paul Huth zu den Entscheidungen der internationalen Festivaljury
Gegen Ende der Berlinale wird deutlich, welche Kriterien erfüllt sein mussten, damit ein Film in den Wettbewerb eingeladen wurde. Entweder sollte er von einer Regisseurin inszeniert oder die Protagonistin weiblich sein, meint Peter Paul Huth in seinem Berlinale-Bericht über Wettbewerbsfilme aus vier Ländern.
Peter Paul Huth schreibt über die Berlinale-Wettbewerbsbeiträge "Blue Moon" von Richard Linklater und "La Cache"von Lionel Baier.
Peter Paul Huth zeigt sich überzeugt von dem Zusammenspiel von Regie, Kamera, Schnitt, Musik und Hauptdarstellerin Leonie Benesch in einem Film über die Arbeit auf einer Krebsstation.
In seinem Bericht kommentiert Peter Paul Huth "Dreams" von Michel Franco mit Jessica Chastain und "A Complete Unknown" von James Mangold mit Timothée Chalamet.

Jury

Die Ökumenische Jury verleiht Preise im Internationalen Wettbewerb, im Panorama und im Forum. Panorama- und Forumspreis sind jeweils mit 2.500 € dotiert, gestiftet von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Präsident

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